Mein.Unser.Jena
Lebensqualitäten in der Stadt weiterentwickeln
Schlüsselvorhaben 11 – Projekt Stadtmitte
Handlungsansatz
Noch bietet die Kernstadt von Jena mit unter- und fehlgenutzten sowie zukünftig freiwerdenden Flächen Möglichkeiten und Chancen, wesentliche Impulse für die Stadtentwicklung zu setzen. Für die innerstädtischen Stadtlagen Eichplatz, Inselplatz, Engelplatz sowie das ehemalige Klinikareal Bachstraße liegen Konzepte und Planungen vor, um diese Flächen stadträumlich und funktional aufzuwerten. Die genannten Aufgaben sind bereits als Schlüsselmaßnahmen im Stadtteilentwicklungskonzept West/Zentrum verankert.
Da die Stadtmitte wesentlich zum Selbstverständnis und zur Identität der Bürger mit ihrer Stadt beiträgt, sind diese Zukunftsaufgaben mit einer kontinuierlichen Beteiligung der Öffentlichkeit zu begleiten. Die Bauprojekte werden das Stadtbild sowie auch funktionale Zuordnungen maßgeblich verändern und während der Bauzeit jahrelang zu Einschränkungen führen. Daher scheint es umso wichtiger, diesen Prozess offensiv und transparent zu begleiten, die Bürger zu informieren und die zukünftigen Baustellen Eichplatz, Inselplatz und Engelplatz zu inszenieren. Eine Bespielung der Flächen kann schon frühzeitig in Zusammenarbeit mit kulturellen Partnern mit Zwischennutzungen erfolgen, so dass die Räume erlebt werden können. Mit Öffentlichkeits- und Beteiligungsarbeit bestehen zudem gute Chancen, Bürger und Stakeholder nicht nur als Ideengeber einzubeziehen, sondern externe Partner in die Umsetzung zu einzubeziehen.
Als wesentliche Aufgabe der Stadt gilt es, städtebauliche Entwürfe zu stadtbildprägenden Plätzen mit der Stadtgesellschaft zu diskutieren und darüber hinaus die Funktionen der zukünftigen Mitte zu erörtern. Der Eichplatz könnte beispielsweise als zukünftiges Schaufenster der Stadt ein zentraler Begegnungs- und Ausstellungsraum für Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft werden.
Ziele
- Stadträumliche Aufwertung und Belebung der Stadtmitte
- Revitalisierung zentraler Flächen
Umsetzungsstand
- Fertigstellung Neubau für Ernst-Abbe-Bücherei und Bürgerdienste (März 2024)
- laufende Bautätigkeiten am Campus Inselplatz
- Eichplatz Baufeld A: Satzungsbeschluss (24/2341-BV vom 24.04.2024), Vergabe an Strabag Real Estate, Umsetzung derzeit zurückgestellt
Koordinator/in
N. N.
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Schlüsselvorhaben 12 – Erlebnis Saale
Handlungsansatz
Die Saale zieht sich als naturräumliches Element durch den Siedlungskörper der Stadt Jena und übernimmt wichtige stadtklimatische Funktionen. Die Potenziale als Naherholungsraum mit Freizeit- und Sportflächen werden nach und nach erschlossen. Auf Grundlage des vorliegenden Rahmenplanes Saale aus dem Jahr 2009 sowie vertiefender Untersuchungsbereiche wie u.a. dem Rahmenplan Sport und Freizeit werden die ehemals verwilderten und teilweise nicht zugänglichen Auenbereiche entwickelt. Ziel ist es, die Saale und ihre Flusslandschaften als erlebbare Freizeit- und Erholungsräume zu entwickeln und zugleich die Aue mit ihren schutzwürdigen Naturräumen zu sichern. Als Grundlage dient das Handlungskonzept, welches die verschiedenen Belange von Erholung, Naturschutz, Landwirtschaft, Hochwasserschutz, Mobilität und Stadtklima berücksichtigt. Eine weitere Umsetzung ist geplant und umfasst u. a. weitere Renaturierungsmaßnahmen und eine durchgehende saalenahe Radwegeführung.
Im Zusammenhang mit der Aufwertung der Saaleaue sind die vorgesehenen Maßnahmen entsprechend des Rahmenplanes „Sport und Freizeit an der Saale“ einschließlich des Stadionneubaus weiter zu führen.
Ziele
- Hohe Lebensqualität
- Erlebbare Flusslandschaften entlang der Saale
Umsetzungstand
- Stadionneubau adhoc-Arena (Eröffnung Juli 2024)
- Neugestaltung Landfeste (2021), auch Begleitprojekt der BUGA 2021
- Fertigstellung Saaleweg „In den Jenaischen Weiden“ (2020)
- Neugestaltung Umfeld an der Lichtenhainer Brücke (2020)
Koordinatorin
Anya Schwamberger, Dezernat 3, Fachdienst Stadtentwicklung
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Schlüsselvorhaben 13 – Stadtteilzentrum
Handlungsansatz
In einer Großstadt wie Jena bedarf es neben einer starken Mitte auch wohnortnaher Stadtteilzentren, die Versorgungsfunktionen übernehmen und ebenso als Begegnungsräume dienen. Daher sind vielfältige Funktionen von Einzelhandel, Dienstleistungen bis zu Bildung und Kultur möglichst so im Stadtraum zu platzieren und anzuordnen, dass gut gestaltete informelle Begegnungsräume mit Aufenthaltsqualität entstehen. Die im Einzelhandelskonzept formulierten Stadtteilzentren verfügen über Einzelhandels- und Dienstleistungsfunktionen, die eine Magnetwirkung ausüben. Diese wiederum sind als Ansatz für die Ergänzung weiterer Angebote als auch stadträumlicher Gestaltungsmaßnahmen zu sehen.
- Die funktionalen und gestalterischen Aufwertungsmöglichkeiten des Nahversorgungsbereiches Nord sind mit einer kleinräumigen Machbarkeitsstudie zu eruieren. Bisher übernimmt der Standort vorwiegend Versorgungsfunktionen im Einzelhandel.
- Die begonnenen Maßnahmen im Sanierungsgebiet Karl-Liebknecht-Straße (Ost) sind weiterzuführen und um weitere Schwerpunkte zur funktionalen Aufwertung zu ergänzen. Eine Fortschreibung des geltenden Rahmenplanes wird empfohlen.
- Im Stadtteilzentrum Winzerla sind eine Reihe an Maßnahmen umgesetzt worden, so dass entlang der Wasserachse eine hohe gestalterische Qualität entstanden ist. Die Maßnahmen im Stadtumbau- und Soziale-Stadt-Gebiet sind fortzuführen.
Lobeda verfügt über zwei Stadtteilzentren, die im Wesentlichen die Einkaufsfunktion abdecken: Lobeda Ost und West. Stadträumliche Handlungsbedarfe bestehen vorwiegend durch die Barrierewirkung der Hauptstraßen einschließlich des raumgreifenden Verkehrsknotens Stadtrodaer Straße. Die Maßnahmen im Stadtumbau- und Soziale-Stadtgebiet sind fortzuführen. Als neue Schwerpunkte sind die stadträumliche Anbindung des Universitätsklinikums sowie der Umgang mit Verkehrsräumen zu setzen. Die Vernetzung von wichtigen funktionalen Standorten in Lobeda Ost und Lobeda West ist weiter zu forcieren.
Ziele
- Wohnortnahe Versorgung und Begegnungsfunktionen von Stadträumen stärken
Umsetzungsstand
- Verstetigung Stadtteilmanagement in Lobeda und Winzerla
- Ausweitung des Nahversorgungsangebot in Lobeda-Ost durch den fertig gestellten Neubau am Salvador-Allende-Platz/ Ebereschenstraße (Juli 2023)
- Abschluss der Sanierung der Wohnblöcke in der Ziegesarstraße 1-19 (hierbei insbesondere die Sanierung des Wohnens Nr. 9-19 im Modellvorhaben Smart City)
- Nachhaltige Sanierung der 11-geschossigen Wohnbebauung am Salvador-Allende-Platz
- Weiterentwicklung des Bereichs um die Wasserachse Winzerla
- Planerische Arbeiten zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan am Columbus-Center
Koordinator
Manuel Meyer, Dezernat 3, Fachdienst Stadtentwicklung
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Schlüsselvorhaben 14 – Soziale Teilhabe
Handlungsansatz
Für die Umsetzung des vorliegenden Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und zur Vertiefung der gesetzten Themen bedarf es einer strategischen Steuerung. Sie handelt als Schnittstelle zwischen Planung, nachhaltiger Finanzierung und Umsetzung. Voraussetzung ist eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Haushalt, Controlling und Organisationsentwicklung sowie den Teams Kommunikation und Innere Verwaltung.
Zu den Aufgaben der strategischen Steuerung zählen:
- Sicherung der fachübergreifenden Verwaltungskommunikation
- Aufbereitung relevanter Themen für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit
- Sicherung des Austauschs zwischen den Zukunftsthemen in einer jährlichen Lenkungsrunde/Zukunftsforen
- Fördermittelmanagement und Finanzierung
- Zusammenführung von Monitoring-Daten zur Stadtentwicklung und Evaluierung
Ziele
- Umsetzung und Vertiefung der Zukunftsthemen
- Förderung des fachübergreifenden integrierten Ansatzes
Umsetzungsstand
- Fortschreibung des Aktionsplans „Inklusives Jena“ (geplant für 2025)
- Initiierung des Projektes „Jenaer Präventionskette“ (Start: 2023)
- fortlaufende Bildungsberichterstattung
- Etablierung des Jenaer Gebietsprofilatlasses als Instrument der kommunalstatistischen Bedarfserhebung sowie kontinuierliche Aktualisierung der Daten
- Umsetzung und Abschluss des Projektes Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)
- Umsetzung der Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung (ThINKA) in Jena Winzerla (Start: 2022)
- Beschluss zur kommunalen Armutspräventionsstrategie in 2019 (19/2219-BV), aktuell in der Fortschreibung
Koordinator
Daniel Meier, Dezernat 4 - Familie, Bildung und Soziales, Stabsstelle Querschnittsaufgaben
Weitere Informationen
- Jenaer Gebietsprofilatlas
- Integrationskonzept (PDF)
- Armutsprävention
- Leben in Jena – Ergebnisse der Bürgerbefragung 2023 (PDF)
Schlüsselvorhaben 15 – Klimaanpassung
Handlungsansatz
Weltweit ändert sich das Klima. Das macht es erforderlich, sich künftig auch lokal auf die Folgen einzustellen. So werden die Sommer potentiell wärmer, Unwetter stärker, die Winter feuchter und trotzdem immer noch lang und kalt. Alle Akteure sind gehalten, sich mit Augenmaß sowie der gebotenen Ernsthaftigkeit und unverzüglich auf die sich wandelnden Klimaverhältnisse vorzubereiten. Durch eine frühzeitige Prävention kann es gelingen, dass die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht durch Naturkatastrophen erzwungen wird, sondern planerisch und vorausschauend durch einen allmählichen Übergang erreicht wird.
Mit der Jenaer Klimaanpassungsstrategie (JenKAS) wurde bereits eine gesamtstädtische, integrierte Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erarbeitet. In Folge dieser Strategie sollen in einem stetigen Prozess einzelne Maßnahmen und Projekte umgesetzt und Projekte angestoßen werden. Es gilt dabei stets sorgfältig abzuwägen zwischen dem Aufwand für Maßnahmen zur Vorsorge, Vermeidung oder zumindest verträglicher Bewältigung von Klimaveränderungen einerseits und dem Aufwand für Nachsorge oder Versicherung des Schadens auf der anderen Seite.
Das Schlüsselvorhaben ist eine fachübergreifende und laufende Aufgabe der Stadt, die geeignete Anpassungsmaßnahmen im gesamtstädtischen Kontext entwickelt und diese umsetzt. Dazu gehören unter anderem:
- Urbanes Grün als wesentlichen Beitrag für die Lebensqualität in der Stadt weiterentwickeln und vernetzen
- zielgruppenorientierte Herangehensweise (Fokus auf betroffene Bevölkerungsgruppen)
- Planung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in öffentlichen Freiräumen
- Anpassungsmaßnahmen für öffentliche Gebäude, KITA, Schulen usw.
- Erhalt von Kaltluftschneisen
- weitere Umsetzung der Stadt der kurzen Wege
- stetiger Austausch der Akteure sowie Entwicklung neuer Projekte
- Information der Öffentlichkeit zu Klimawandel sowie Klimaanpassung
Ziele
- Erhalt und Ausbau notwendiger grüner Infrastruktur zur Anpassung an den Klimawandel in einer ausgewogenen Balance zwischen den Nutzungen Wohnen, Gewerbe, Wissenschaft, Versorgung, Freizeit-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen
Umsetzungsstand
- Regelmäßige Treffen der JenKAS-Arbeitsgruppe i. R. des Verstetigungsprozesses
- abgeschlossene Klimaanpassungsprojekte:
- Hitzeaktionsplan (2025, 25/0332-BV)
- Stadtklimakonzept für die Stadt Jena (2025, 24/0130-BV)
- Grüne Klimaoasen im urbanen Stadtraum (2024)
- Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel – Stadtbaumkonzept (2016)
- Untersuchung der Wärmebelastung an Kindertagesstätten und Grundschulen (2017); zahlreiche Maßnahmenvorschläge wurde bereits umgesetzt
- Sukzessive Umsetzung von Grünen Klimaoasen
- Klimagerechte Umgestaltung Ernst-Abbe-Platz (aktuell in Arbeit)
- Errichtung von Trinkwasserbrunnen (laufend in Umsetzung)
- Zusammenarbeit mit dem Land Thüringen/TLUBN, z. B. bei mobilen Messfahrten auf kommunalen Entsorgungsfahrzeugen und Straßenbahnen
Koordinator
Daniel Knopf, Klimaanpassungskoordinator, Team Klima, Dezernat 4