Effizienz.Flächen.Jena
Effiziente, ressourcenschonende und vernetzte Flächenentwicklung umsetzen
Schlüsselvorhaben 9 – Strategisches Flächenmanagement
Handlungsansatz
Die Stadt Jena ist mit den städtischen Unternehmen ein wichtiger Akteur auf dem Immobilien- und Bodenmarkt. Um eine an langfristigen Zielen ausgerichtete Flächenpolitik für alle Stadtbewohner betreiben zu können, sind die kommunalen Handlungsspielräume zu stärken und auszubauen. Ein strategisches kommunales Flächenmanagement soll dem nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit der begrenzten Ressource Fläche dienen und neben ökonomischen auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen berücksichtigen.
Die Standortkonzentrationen der Friedrich-Schiller-Universität am Inselplatz und des Universitätsklinikums in Lobeda sowie die Neubebauung der zentralen Stadtmitte Eichplatz bieten im Kernstadtbereich von Jena neue Möglichkeiten und Chancen. Die innerstädtischen Liegenschaften und Mietobjekte der Universität und die freiwerdenden Institute und Kliniken am Standort Bachstraße sowie weiterer Flächen wie z. B. Am Steiger erfordern einen strategischen und an langfristigen Zielen ausgerichteten Umgang mit den Flächen. Die Liegenschaften werden neuen Nutzungen, aber auch neuen Eigentümern zugeführt. Die frühzeitige Anwendung der kommunalen Planungshoheit ist in Verbindung mit dem im Baugesetzbuch verankerten Vorkaufsrecht für einzelne Flächen zu prüfen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten des besonderen Städtebaurechts, der Bauleitplanung sowie städtebaulicher Verträge anzuwenden. Es besteht die einmalige Chance, innerstädtische Liegenschaften zu erwerben und eine nachhaltige Entwicklung zugunsten unterschiedlicher Nutzungsansprüche und Zielgruppen zu steuern.
Ziele
- Handlungsfähigkeit und Einflussmöglichkeiten auf den Immobilienmarkt langfristig sichern
- Koordinierung und Steuerung zugunsten einer nachhaltigen und sozialen Stadtentwicklung
- Schaffung und Sicherung bedarfsgerechter Flächenangebote
Umsetzungsstand
- Beschluss der Wohnungspolitischen Richtlinien und Konzeptvergabe für städtische Wohnbauflächen, die für den Geschosswohnungsbau mit mindestens 15 Wohneinheiten vorgesehen sind, mit Verpflichtung zur Schaffung von mindestens 20 % mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum (20/0482-BV vom 14.10.2020)
- Etablierung der verwaltungsinternen AG Strategisches Flächenmanagement (seit 2020)
- Beschluss der Richtlinie über die kriterienbasierte Vergabe städtischer Eigenheim-Grundstücke (22/1740-BV vom 15.12.2022)
- Politischer Grundsatzbeschluss zum „Jenaer Baulandmodell Wohnen“ (24/2354-BV vom 23.04.2024) zur Stärkung des strategischen Flächenerwerbs und der vorrangigen Entwicklung kommunaler Wohnbauflächen zur besseren Umsetzung einer sozialgerechten Wohn-raumentwicklung (Konzeptvergabe, Eigenheimrichtlinie)
- Gründung einer stadtinternen AG zur Umsetzung des Baulandmodells
- Seit 2023 Erhöhung der finanziellen Mittel für Ankauf und Flächenentwicklung auf 5 Mio. € pro Jahr im Wirtschaftsplan KIJ
Koordinatorin
Katja Göbel, Kommunale Immobilien Jena
Weitere Informationen
Schlüsselvorhaben 10 – Revitalisierung und Verdichtung bedeutsamer Flächen
Handlungsansatz
Die Revitalisierung und Verdichtung vorhandener Stadträume zählt zu den wichtigen und dauerhaften Zukunftsaufgaben in Jena. Die vorhandenen Flächen und Stadträume sind als Potenzialflächen zu entwickeln und einer Nachnutzung zuzuführen. Die folgenden Flächen verfügen über eine gesamtstädtische Bedeutung und sind mit hoher Priorität weiter zu verfolgen.
- Zu den stadtbedeutsamen zentralen Flächen in Jena zählen der Eichplatz und der Inselplatz, die durch eine Neubebauung und neue Nutzungen wichtige Impulse zur Stadtentwicklung setzen (siehe auch Schlüsselvorhaben 11).
- Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Schott sind sowohl historische Werksgebäude als auch Freiflächen unter- und ungenutzt, die einer zukünftigen Nutzung zugeführt werden können. Die Revitalisierung dieser zentral gelegenen Flächen stellt ein wichtiges Potenzial dar. Unter Nutzung des ehemaligen Gleises 3 am Bahnhof Jena West wird zukünftig eine verbesserte Radverkehrsanbindung der Gewerbeflächen Tatzendpromenade/Schott erreicht.
- Die Saalbahnhofsflächen sollen für andere Nutzungen entwickelt werden. Im Rahmenplan Stadtumbaugebiet Nord sind dazu erste Ideen entwickelt worden.
- Der Technologiepark Jena21 befindet sich westlich der Bahnlinie in der Nähe des Bahnhofs Göschwitz. Hier sind noch einige Flächen für die weitere Ansiedlung von Gewerbe verfügbar. Zur Erschließung des Technologieparks dient der Bahnhof Göschwitz.
- Die innerstädtischen Flächen des Universitätsklinikums werden schrittweise leergezogen, so dass u. a. an der Bachstraße ein neues nutzungsgemischtes Quartier entwickelt werden soll.
Ein weiterer wichtiger Stadtraum mit Aufwertungsbedarf besteht entlang der Lobedaer Straße. Zwar sind hier wichtige städtische Funktionen (GalaxSea, Sparkassen-Arena, Burgaupark) angesiedelt, doch bilden diese keinen funktionierenden Stadtraum mit Aufenthaltsqualität. Hier ist langfristig eine Idee zu entwickeln, wie die stadträumlichen Barrieren und die Übergänge in benachbarte Stadträume gestaltet werden können.
Ziele
- Ressourcen sparender und effizienter Umgang mit Flächen
Umsetzungsstand
- Fertigstellung Neubau für Ernst-Abbe-Bücherei und Bürgerservice (März 2024)
- laufende Bautätigkeiten am Campus Inselplatz, den ehemaligen Schottflächen (ZEISS-Neubau) sowie dotsource-Neubau
- Städtebauliches Entwicklungskonzept "Wissenschaftscampus Bachstraße" (aktuell in Arbeit, Bürgerbeteiligung April/Mai 2025)
- Umnutzung TEAG-Gelände: planungsvorbereitende Maßnahmen
Koordinator
Henrik Neumann, Dezernat 3, Fachdienst Stadtplanung