Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals wird in Deutschland von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) koordiniert, aber europaweit begangen. Seit 1999 gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Motto / Leitthema aus, dem sich Kommunen anschließen können.

Zahlreiche sonst nur schwer zugängliche Orte öffnen sich für Besichtigungen. Andere zeigen bisher gut versteckte Facetten. Ziel dieser bundesweiten Veranstaltung ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren, Interesse und Verständnis für die Belange der Denkmalpflege zu wecken, aber vor allem auch den Denkmaleigentümern, Restauratoren, ehrenamtlich Engagierten die gebotene Anerkennung zukommen zu lassen. Schließlich bietet der Tag jeder und jedem, die/der sich auf den Weg macht, vielfältigen Begegnungen, Gespräche, Einblicke und Erkenntnisse, die bereichern und vielleicht auch beeindrucken.

Tag des offenen Denkmals 2020 - alles etwas anders

„Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken."

Wieder einmal hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Motto gewählt, dass viel Raum für Interpretationen lässt und doch mit wenigen Worten den Kern der Arbeit und des Engagements der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes beschreibt: Erhalten – Erinnern – Chancen aufzeigen. Gleichzeitig stellt das Motto die besondere Bedeutung nachhaltigen Handels und Denkens heraus – nicht nur im und für den Denkmalschutz.

Nachhaltigkeit ist zwar in aller Munde – jedoch häufig schon fast zu einer Worthülse verkommen. Der Begriff, der ursprünglich aus der Forstwirtschaft kam, prägt heute wie niemals zuvor unseren Alltag; dabei stehen wir erst ganz am Anfang eines Wandels zu einer nachhaltigeren Lebensweise. Ein Wandel, der dringlich ist und den auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz weiter aktiv vorantreiben möchte (Zitat DSD).

Das Programm in Jena - analog und digital

In diesem Jahr findet der Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 statt, aber anders.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Organisatorin entschieden, den diesjährigen Aktionstag kontaktfrei und virtuell zu feiern – also ausschließlich digital stattfinden zu lassen. Auf einer Internetseite der Stiftung werden alle Veranstaltungen für Sie gesammelt und veröffentlicht.

Die Entscheidung der DSD bedeutet einen weitgehenden Rückzug aus der etablierten koordinierenden Rolle und überträgt den Kommunen mehr als bisher schon die Organisations- und Koordinationsverantwortung dieser Veranstaltung. Die Stadt Jena hat angesichts dessen und der andauernden Unsicherheit hinsichtlich möglicher Veranstaltungsformate lange überlegt, ob und wie sie sich in diesem Jahr überhaupt daran beteiligen kann.

Herausgekommen ist ein kleines, wir hoffen aber dennoch interessantes Programm, das eine Mischung aus wenigen analogen Angeboten, Hinweisen auf geöffnete Denkmale ohne spezielle Führungen, digitalen Live-Veranstaltungen und weiteren digitalen Formaten beinhaltet. Der digitale Tag des offenen Denkmals ist für uns alle eine Premiere. Ohne räumliche Grenzen werden Denkmale erlebbar, neue Perspektiven sichtbar, wird eine neue Form der Vermittlung erprobt. Wir bitten Sie daher schon jetzt um etwas Nachsicht, sollte nicht alles so perfekt sein, wie Sie es erwarten.

I. Veranstaltungen vor Ort

Das Angebot an klassischen - sozusagen analogen Formaten - wurde stark reduziert. Bitte beachten Sie unbedingt die aktuellen Hinweise und Bestimmungen und lassen Sie gegenseitige Rücksichtnahme und Geduld walten.

Die Kirche St. Marien Ziegenhain liegt im Herzen des Dorfes, das selbst als Denkmalensemble unter Schutz steht. Die unvollendet gebliebene Wallfahrtkirche mit ihrem spätgotischen Chor zeugt von Reichtum und Niedergang, aber auch Pragmatismus, von der Langlebigkeit natürlicher Baumaterialien und soliden, guten Handwerks und passt damit wunderbar zum diesjährigen Motto und dem Thema Nachhaltigkeit.

Der heutige Kirchenbau wurde ab 1424 als „neue Kapelle“ für ein wundertätiges Marienbild errichtet. 1425 trug ein Ablassbrief des Bischofs von Naumburg mit zum Bau des gotischen Chorraumes bei. Der Bau des dreischiffigen Langhauses wurde Mitte des 15. Jh. durch den Sächsischen Bruderkrieg unterbrochen. Erst weitere Ablassbriefe zweier Päpste sorgten für die Fortsetzung. Ab 1475 entstand das Westportal unter Mitwirkung des Steinmetzmeisters Peter Heierliß. Der Bildhauer und Baumeister wirkte zwischen 1475 und 1494 u.a. auch als Baumeister an der Stadtkirche St. Michael und der Schillerkirche. Der Ruinenteil zwischen Turm und Kirchenschiff erinnert an den Abbruch der nach Fertigstellung des Chores recht regen Pilgertradition und damit der Bauarbeiten. 1636 wurde der Chor baulich abgetrennt, das dreischiffige Langhaus ist heute ruinös.

Der Chorraum wurde um 1430 mit großflächigen Wandmalereien ausgestaltet, die auch Zeugnis des mittelalterlichen Marienkults ist. Erhalten hat sich an der Nordseite des Chores die Darstellung des Epiphaniasgeschehens. Über dieser Szene sieht man drei Burgen – vermutlich die Hausbergburgen nördlich von Ziegenhain. Der gotische Flügelaltar enthält 353 studentische „Eintragungen“ aus der Zeit von 1591 bis 1635. Einer der wenigen in Deutschland erhaltenen barocken Pyramidenaltäre (1694) befindet sich nach Restaurierung seit 2016 wieder im Altarraum und auch die von Justinus Ehrenfried Gerhard (1710 – 1786) gebaute Orgel kann seit der Sanierung 1999 wieder für kirchenmusikalischen Veranstaltungen genutzt werden.

1971 wurde durch eine Zwischenwand unter der Orgelempore ein separater Raum geschaffen, der bis 1987 zu einem beheizbaren Gemeinderaum ausgebaut wurde und heute als Winterkirche genutzt wird. Im Jahre 1986 begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kirche, die in diesem Jahr mit der Sanierung des Daches und des Turmdaches dank Förderung durch den Freistaat Sachsen fortgeführt werden können.

Zur Geschichte der Marienkirche siehe hier.

Kirche St. Marien, Ziegenhain

Edelhofgasse 9

Geöffnet: 14:00 - 17:00 Uhr

Führungen mit Herrn Prof. K. Heide und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

17:00 Uhr: Gottesdienst mit Pfr. Christoph Rymatzki

Das Haus Markt 7 ist das letzte giebelständige Gebäude am Jenaer Marktplatz.

Erstmalig wurde 1319 ein Wohnhaus des Marktmüllers auf diesem Flurstück erwähnt. Das heutige Haus wurde auf älteren Grundlagen 1557 mit zweigeschossigem Sockelbau, Vorhangbogenfenstern, Kielbogenportal und Holzstube errichtet. Nach Abbruch der nördlich angrenzenden alten Marktmühle wurde das Gebäude 1908 durch ein von Johannes Schreiter entworfenes Wohn- und Geschäftshaus für den Weinhändler Paul Göhre ergänzt.

1983 - 1986 wurde die Alte Göhre umgebaut und saniert, um sie für das Stadtmuseum Jena nutzbar zu machen. Dabei wurde auch der Eingang am Marktgässchen geschlossen und eine Erschließung der Obergeschosse durch ein Treppenhaus im Verbindungsbau zwischen Alter und Neuer Göhre realisiert.

Während einer beabsichtigten Fassadensanierung im Jahr 1997 wurden erhebliche Schäden des konstruktiven Gefüges festgestellt, die wahrscheinlich durch in den 1980er Jahren eigebrachte ungeeignete Materialien verursacht worden waren. Nach Abwägen der Argumente entschied man sich seinerzeit dazu, das in Fachwerk errichtete 2. Obergeschoss und das Dachtragwerk abzutragen und zimmermannsmäßig neu zu errichten. Diese umfangreiche Sanierung erfolgte 1998 - 2001. Im Erd- und 1. OG konnte das historische Baugefüge weitestgehend erhalten werden. Der Wiederaufbau erfolgte im historischen Erscheinungsbild.

Nach nunmehr 20 Jahren stand in diesem Jahr eine erneute Sanierung an, die vorrangig die Fassade, aber auch die Haustechnik betraf. Bei einer Führung um die Baustelle erläutert Museumsdirektor Dr. Ulf Häder die aktuellen Maßnahmen den interessierten Besucherinnen und Besuchern.

Alte & Neue Göhre (Stadtmuseum)
Markt 7

Führung 10:30 Uhr mit Dr. Ulf Häder (Museumsdirektor)
Treffpunkt: Innenhof Romantikerhaus

Voranmeldung erforderlich: telefonisch im Romantikerhaus Jena unter 0049 3641 49-8249 oder per E-Mail an bildung-stadtmuseum@jena.de

Das dreigeschossiges Fachwerkgebäude mit massivem Eingangsbereich war ursprünglich mit Sichtfachwerk ausgestattet. Es wurde um 1669 als Wohnhaus mit privatem Hörsaal für den Musikprofessor und Philosophen Adam Drese auf älteren Fundamenten errichtet. Es befand sich am Rand des von Mauern umfassten Stadtgebietes.

1795 erwarb der Philosophen Johann Gottfried Fichte das Haus und behielt dies bis zu seiner Entlassung 1799. Um Fichte versammelt sich der Kreis der Frühromantiker unter der Führung der Brüder Wilhelm und Friedrich Schlegel mit ihren Frauen. Die Zeit zwischen 1785 und 1803 kann für Jena als Blütezeit bezeichnet werden. Die Stadt entwickelte sich zum fortschrittlichsten geistigen Zentrum Deutschlands und lockte mit ihrem offenen geistigen und kulturellen Klima bedeutende Philosophen, Theologen, Dichter und Naturwissenschaftler an.

Das Romantikerhaus ist in diesem Bereich der Stadt das letzte Wohnhaus aus dieser glanzvollen Zeit. Etwas weiter am Löbdergraben nördlich der Saalstraße findet man aber immerhin noch das Hörsaalgebäude zum Griesbachschen Wohnhaus.

Das Fichte- oder Romantikerhaus war nach mehrjährigem Leerstand Ende der 1970er Jahre nicht mehr bewohnbar. In dieser Zeit beschloss der Rat der Stadt die Umnutzung für museale Zwecke. Nach umfassender Sanierung wurde hier 1981 die Gedenkstätte der deutschen Frühromantik eröffnet. 1998/99 fand eine nochmalige umfassende Sanierung auf Basis einer eingehenden bauhistorischen Untersuchung statt.

Romantikerhaus
Unterm Markt 12a

Geöffnet: 10:00 - 18:00 Uhr

In keiner Stadt verweilte Friedrich Schiller länger als in Jena. Von den fünf Häusern, die der Dichter und Professor in dieser Zeit bewohnte, ist nur noch sein Gartenhaus als öffentlicher Erinnerungsort erhalten.

Das Haus wurde um 1740 über älteren Kellern errichtet. Das Anwesen lag am Rande der Südvorstadt an der damals in einem tiefen Graben verlaufenden Leutra, war von Wiesen und Felder umgeben und bot einen weiten Ausblick in die Umgebung. Schiller erwarb Haus und Garten im März 1797. Gleich nach dem Erwerb bezog Schiller am 2. Mai 1797 mit seiner Familie das Haus. 1798 ließ er an der Südwestecke des Grundstückes auf alten Fundamenten die Gartenzinne bauen, einen turmartigen Bau mit Badezimmer im Erdgeschoss und Schreibstube im Obergeschoss. Hier entstanden Teile des „Wallensteins“, der „Maria Stuart“ und verschiedener Balladen. Obwohl Schiller bereits 1799 nach Weimar zog, verkaufte er das Grundstück erst 1802.

In seinem Jenaer Garten stehen heute so viele Schiller-Denkmale wie an kaum einem anderen Ort in Deutschland. 1818 musste die Gartenzinne wegen Baufälligkeit abgetragen werden, sie wurden 1978/79 rekonstruiert. Nur wenige Jahre nach Schillers Tod wurde auf dem Grundstück auf Wunsch Herzog Carl Augusts die erste Jenaer Sternwarte erbaut. Neben dem Wohnhaus kann auch die Gartenzinne und das Küchenhäuschen betrachtet werden.

Schillers Gartenhaus
Schillergäßchen 2

Geöffnet: 11:00 – 17:00 Uhr

Wegen der sehr eingeschränkten Raumverhältnisse darf immer nur jeweils eine zusammengehörige Einzelgruppe (Familienverbund) eingelassen werden. Für sich daraus ergebende Wartezeiten bitten wir um Verständnis. Im Haus ist Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Hier können sie das Gartenhaus virtuell besuchen.

In unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt liegt ein kulturhistorischer und inzwischen auch stadtökologischer Schatz: der Johannisfriedhof.

Der romantische Friedhof wurde bereits 1307 erwähnt und bis in das 19. Jh. mehrfach erweitert. Ursprünglich gehörte er zur Kirche St. Johannis Baptist. Die am 16. Juli 1693 geweihte Johann-Georgs-Kirche bildet heute den Mittelpunkt der Anlage. In der parkähnlich gestalteten heute noch ca. 1,8 ha großen Anlage finden sich eine Vielzahl an Grabstätten bedeutender Jenaer Persönlichkeiten, darunter auch die von Döbereiner, Kreußler oder Carl Zeiss. Einige von ihnen sind kulturhistorische von solch herausragender Bedeutung, dass ihrer Restaurierung auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wurde.

Seit einigen Jahren engagiert sich der Förderverein Johannisfriedhof für den Erhalt und die Pflege der wertvollen Anlage. Der Johannisfriedhof ist nicht nur als kulturhistorisch wertvolles Kulturdenkmal schützenswert. Angesichts der zunehmenden Verdichtung und des Klimawandels steigt die Bedeutung des Johannisfriedhofes als innerstädtische grüne Oase. Die alten Bäume, Hecken und Sträucher bieten nicht nur Menschen einen Ort zum Entspannen und Auftanken, inzwischen ist der Friedhof auch vielen Tieren Heimat geworden.

Aufgrund dieser enormen Bedeutung wurde der Johannisfriedhof in das Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen. Gemeinsam arbeiten Denkmalpflege, Naturschutz, Stadtumbau und Verein mit dieser finanziellen Absicherung an einer sensiblen Sanierung und tlw. Restaurierung des Friedhofes.

Historischer Johannisfriedhof
Philosophenweg 1

Geöffnet: 11:00 - 16:00 Uhr

zeitgleich: Johannismarkt – ökologisch – kreativ – genussvoll (Markt-Programm)

Führungen: 12:00 Uhr, 13:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:00 Uhr durch Mitglieder des Fördervereins (Die Anzahl der Teilnehmer ist pro Führung auf 10 begrenzt, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.)

Treffpunkt: Eingang „Straße des 17. Juni"

Bei der Radtour entlang der Saale werden Denkmale ganz hygienegerecht von außen betrachtet. Das Miteinander und die Auseinandersetzung mit der Saale als verbindendem Verkehrsweg, als zu überbrückendes natürliches „Hindernis“ oder als Energie- und Rohstofflieferant brachte eine Vielzahl an materiellen Zeugnisse hervor, von denen einige Kulturdenkmale sind.

Prägend für den Landschaftsraum sind dabei die großen Brücken über die Saale: im Zentrum die Camsdorfer Brücke, deren Vorgängerbau zu den 7 Wundern von Jena zählte, südlich die alte Burgauer Brücke, die heute als substantiell älteste Brücke im Stadtgebiet Jenas gilt und eben die schon erwähnte Autobahnbrücke bei Göschwitz. Die Tour beginnt an und in der Kirche Kunitz. Sie führt vorbei am Thalstein mit seinem Erlkönig durch Wenigenjena zu Camsdorfer Brücke - die Landfeste muss leider außen vor bleiben - durch den Volkspark Oberaue über die Burgauer Brücke zum Kraftwerk. Dabei wird erzählt und gezeigt.

Treffpunkt: Kirche Kunitz (Martinskirche) - Kirchstraße 70

Zeit: 13:00 Uhr

Da der Tag des offenen Denkmals auf einen Sonntag fällt, haben natürlich auch einige unserer denkmalgeschützten Kirchen für ihre regulären Gottesdienste geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie ist meist die Personenzahl begrenzt. Wir bitten Sie, den Gemeindemitgliedern hier Vorrang zu lassen. Der Besuch ist nur mit Mund- und Nasenschutz möglich, am Eingang werden die Besucher namentlich und mit ihren Kontaktdaten erfasst.

  • Stadtkirche St. Michael

    Kirchplatz 1

    • 10:00 Uhr Kindergottesdienst mit Pfarrer Johannes Bilz

    • 18:00 Uhr Sonntagsvesper mit Musik und Pfarrer Johannes Bilz

    • Die Stadtkirche St. Michael ist als Ort der Ruhe, der Besinnung und der persönlichen Andacht im Anschluss an den Gottesdienst bis 17:00 Uhr geöffnet.

    • Führungen finden in diesem Jahr nur digital statt   (siehe Digitale Angebote weiter unten).

    Anstelle zweier romanischer Vorgängerbauten entstand ab dem letzten Viertel des 14. Jh. ein gotischer Kirchenbau von Rang, der Bezüge zur böhmischen und oberschlesischen Parlerkunst zeigt. Architektonischer Höhepunkt der als sterngewölbte, gestufte Halle mit unterschreitbarem Chor angelegten Kirche ist das filigrane, in den letzten Jahren denkmalgerechte restaurierte Brautportal. Mit dem Bau der spätgotischen Hallenkirche entstand unter dem Hochaltar unter Einbeziehung älterer Mauerteile zudem eine zunächst flachgedeckte Sakristei mit repräsentativer Vorhalle. Nach späterer Einwölbung und Teilnutzung als Kapelle der Heiligen St. Elisabeth und Ägidius wurden die Räume ab 1672 als Familiengruft der Herzöge von Sachsen-Jena umgebaut. Die Kirche trug ursprünglich in hohes gotisches Satteldach, das aber im 18. Jh. durch ein Mansarddach ersetzt wurde. Nach dessen Zerstörung Ende des Zweiten Weltkrieges konnte zunächst nur ein einfaches Satteldach aufgebaut werden. Im Zuge einer umfassenden Sanierung ab den 1990er Jahren wurde das Schiff der Stadtkirche wieder mit einem Mansarddach – allerdings nicht in historischer Konstruktion – versehen.

  • Auferstehungskirche, Drackendorf

    Am Goethepark 3

    • 9:00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrerin Antje Leschik

    • 17:00 Uhr Konzert der Reihe „geistliche Abendmusik“: „Magie der leisen Klänge – Lautenwerke von J.S. Bach, S.L. Weiss u.a. Solokonzert Konzertante Altzither mit Rainer Schmidt (Heidelberg)

    Die am Rande des Drackendorfer Landschaftsparks gelegene Kirche geht auf einen romanischen Vorgängerbau zurück. Teile des Kirchenbaus stammen vermutlich bereits aus dem 13. Jhd. 1653 – 1656 erfolgte der Um- und teilweise Neubau unter Einbeziehung von Chor und Turmunterteil eines gotischen Vorgängerbaues durch Stiftung des Patronatsherrn Christian Beer. Dabei entstanden Langhaus, Südvorbau und Turmoberteil neu. Die 1786 eingebauten Emporen wurden bei der Renovierung 1867 durch Baurat Spittel bereits wieder abgebrochen. 1970 erfolgten einige Umbauten zur Nutzungserweiterung durch das Neubaugebiet Lobeda. Das Patronat lag vor 1945 in den Händen der im Ort ansässigen Adelsfamilien Puster, von Ziegesar und von Helldorf.

  • Kirche St. Peter, Lobeda

    Susanne-Bohl-Straße

    • 10:00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrerin Maria Krieg

    Der heutige spätgotische Kirchenbau entstand zwischen 1480 und 1510 anstelle einer bereits 976 und 1228 erwähnten und 1446 im Sächsischen Bruderkrieg zerstörten älteren Kirche. Der Chor wurde erst Ende des 15. Jh. angefügt. Weitere Umbauten sind bauinschriftlich für 1622 belegt. Im Innenraum finden sich wertvolle spätgotische Wand- und Deckenmalereien, u. a. monumentale Darstellungen des Hl. Christophorus und der Madonna im Strahlenkranz, die in den vergangenen Jahren sensibel restauriert wurden. 1749/50 wurde das Langhaus eingewölbt und die Doppelemporen sowie die Orgelempore und die Orgel von Johann Heinrich Scherff eingebaut. Sehen Sie hierzu eine Videoaufnahme mit Ralf Krieg

  • Winzerla, Kirche

    Teichgasse

    • 10:00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrerin Friederike Costa

    Die als Filial von Burgau gegründete Kirche wurde 1716 -1718 als Ersatz für einen älteren Bau errichtet. Die alte Dorfkirche war 1637 von kaiserlichen Truppen niedergebrannt worden, der nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtete Bau wies bereits 1716 so schwere Bauschäden aufwies, dass die Gemeinde beschloss, eine neue Kirche zu bauen. Der Neubau aus Muschelkalkbruchstein zeigt ein einschiffigem Langhaus und einen quadratischen, im oberen Teil oktogonalen Chorturm mit geschweifter Haube errichtet. Die Innenausstattung stammt aus dem Jahre 1818. Zum 100jähriegn Bestehen wurden zwei Emporen, Orgel und Kanzelaltar neu errichtet. 1934 wurde schließlich die gesamte Kirche neu ausgemalt.

  • Kirche St. Marien, Zwätzen

    Pfarrgasse

    • 10:00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrerin Mariana Willner

    Die im 12. Jh. erbaute romanische Saalkirche mit querrechteckigem Chor war seit dem 13. Jh. Teil der Komturei des Deutschen Ritterordens. Die Niederlassung des Deutschritterordens in Zwätzen wurde 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Die kirchliche Entwicklung ist eng mit dem Orden verbunden. Der Name Marienkirche erinnert an die Marienkapelle in dem von Lübecker und Bremer Bürgern eingerichteten Hospital in Akkon, aus dessen Brüderschaft der Deutschritterorden hervorging. Ende des 15. Jh. wurde die Kirche nach Abbruch der romanischen Choranlage durch einen gotischen Chor und eine Seitenkapelle erweitert. Zwischen 1513 und 1597 errichtete man den Turm. In der 2. Hälfte des 17. Jh. wurden nochmals umfangreiche Umbauten vorgenommen: das Kirchenschiff wurde aufgestockt und der Chor nach Süden erweitert. Die Neufassung des Innenraumes in den Jahren 1991-93 erfolgte auf der Grundlage restauratorischer Befunde. An der Marienkirche befindet sich mit einer Datierung auf 1223 eine der ältesten Dorfkirchentüren Mitteldeutschlands. Bedeutsam sind auch der dreiflüglige Schnitzaltar von 1517 mit der Figur des Priesters Hugo von Zwätzen, eine spätromanische Christusfigur, die Barockorgel von Orgelbaumeister Scherff aus Pößneck sowie Grabplatten mit den Wappen der Land- und Hauskomture des Deutschritterordens, Epitaphien, das barockes Grabmal mit Segmentgiebel für Anna Sophia v. Treschow und die Einbaumtruhe aus 13. Jhd.

     

  • Kirche Zu den vierzehn Nothelfern, Vierzehnheiligen

    Im Dorfe 41

    • 10:00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrerin Cornelia Gerlitz (max. 30 Personen)

    Im Sächsischem Bruderkrieg (1446-1451) fielen zahlreiche Dörfer mit ihren Kirchen in Schutt und Asche. Zur Sühne für die angerichteten Verwüstungen ließ Herzog Wilhelm III. auf einem Gelände, das er seinen eigennützigen Ratgebern Busso und Apel v. Vitzthum abgenommen hatte, Dorf und Kirche Vierzehnheiligen errichten. Wie die Inschrift auf dem Strebepfeiler zeigt, wurde die Kirche 1453 - 1464 erbaut. Der Hauptaltar im Osten galt Maria, rings an den Wänden standen Altäre für weitere Heilige. Der vom Landesherrn geschaffene Wallfahrtsort lockte Hilfesuchende und Sünder herbei, die Heilung oder Sündenerlaß suchten. 1467 war der Wehrturm fertiggestellt. Mit der Reformation verlor die Kirche ihre Funktion als Wallfahrtsstätte, die 14 Altäre wurden abgebaut. Der Bau diente fortan als Dorfkirche. Nachdem 1775 ein Brand die hohe Turmspitze vernichtete, wurde diese durch das heutige niedrige Zeltdach ersetzt. 1801 brach man den Chor wegen Baufälligkeit ab. Währende der Schlacht von Jena/Auerstedt diente die Kirche zeitweise als Lazarett. Anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht von Jena/Auerstedt wurde die Kirche m historisierenden Zeitgeschmack als Feierkirche neu ausgestaltet und Kriegerdenkmals vor der Kirche. 2006 wurde die umfassende Sanierung und Restaurierung des Innenraumes abgeschlossen.

 

Offene Kirche

Einige der wundervollen Dorf-Kirchen öffnen jedes Wochenende ihre Pforten .

Auch hier gilt: Besuch nur mit Mund- und Nasenschutz

  • Kirche Cospeda

    Kirchgasse

    • 10:00 – 18:00 Uhr: offene Kirche

    1699 wurde die kleine Saalkirche als dritter Kirchenbau an dieser Stelle errichtet. Dabei wurden Teile der Vorgängerbauten, wie der romanische Chor und der Triumphbogen integriert. Das Langhaus wird von einem hölzernen Tonnengewölbe überspannt. Glockenraum, dessen älteste Glocke aus der 1. Hälfte des 15. Jh. stammt, ist inzwischen Wohnstätte der geschützten Fledermausart Kleine Hufeisennase. Die Kirchgemeinde wurde bereits für ihr Engagement im Artenschutz mehrfach ausgezeichnet. Im Innern der Kirche findet sich neben einem barocken Altar und einem Traufstein aus dem 17. Jh. eine wertvolle Orgel von der Firma Eifert aus Stadtilm – gebaut 1906. Nach erfolgreicher Restaurierung konnte diese 2015 wieder eingeweiht werden.

  • Kirche St. Nicolaus, Lützeroda

    • 14:00 – 18:00 Uhr: offene Kirche

  • Die Kirche ist eine romanische Anlage, die in späteren Jahrhunderten überformt wurde. Vom romanischen Bau ist noch der längsrechteckige Chor erhalten. Auch ein zugemauertes romanisches Fenster an der Südwand des Turmens sowie Reste des romanischen Mauerwerkes an der Südseite des Langhauses erinnern an diesen Vorbau. Das Langhaus selbst stammt aus jüngerer Zeit. Um 1719 wurde der barocke Turmaufsatz errichtet. Ebenfalls aus der bafrocken Umbauphase stammen die heutigen Tür- und Fensteröffnungen. Der Taufstein mit der Jahreszahl 1590 auf dem achteckigen Fuß trägt ein älteres Oberteil. Der Kanzelkorb stammt von 1689.

  • Kirche Zu den vierzehn Nothelfern, Vierzehnheiligen

    Im Dorfe 41

    • im Anschluss an den Gottesdienst bis 18:00 Uhr offene Kirche

    Beschreibung siehe oben

  • Kirche Krippendorf

    Am Gönnabach 7

    • 9:00 – 18:00 Uhr: offene Kirche

    Auch die Krippendorfer Kirche hat romanische Wurzeln. Es wird vermutet, dass der fast quadratische Turmsockel ursprünglich zu einem profanen Gebäude gehörte. Der eigentlich Kirchenbau entwickelte sich um1300 durch Öffnen der Turmwände nach Osten und Westen und dem darauf folgenden Anbau von Chor und Langhaus entstand der Kirchenbau. Wie eine Inschrift am Turm zeigt, geht die heutige Gestalt im wesentlichen auf Baumaßnahmen von 1629 zurück. 1825 stürzte das Gewölbe unter dem Turm ein. An dessen Stelle zog man ein Kreuzgratgewölbe ein. Bei den Sanierungsmaßnahmen zwischen 1989-1994 wurde u.a. das Chorgewölbe als Himmelsgewölbe anhand fragmentarischer Reste aus der Zeit um 1500 ausgemalt. Im Jahre 2000 konnte die aus der 1. Hälfte des 18. Jh. stammende Orgel aus der Orgelwerkstatt des Bartholomäus Heinemann aus Großlöbichau, die bereits 1880 durch die Orgelwerkstatt Kühn aus Schmiedehausen grundhaft überholt worden war, restauriert werden.

II. Digitale Angebote

Hier finden Sie eine Übersicht der digitalen Formate in Form von Videos, virtuellen Rundgängen und Online-Führungen.

Die heute weithin sichtbar auf dem Fels ins Saaletal ragende sogenannte Binderburg wurde 1906 – 1910 nach Entwürfen von Prof. Adolf Binder als Wohnsitz für seine Familie in Erweiterung eines bestehenden Landhauses erbaut. In Anlehnung an den kulturhistorischen Ort der ehemaligen Burganlage rezipiert die Villa in neo-romanischem Burgenstil den mittelalterlichen Palaisbau. Im Zentrum des ost-west gerichteten Baus steht der massive viereckige zinnenbekrönte Turm, an den sich im Zwickel ein achteckiger Fachwerk-Turm mit spitzem Zeltdach anschließt. Selbst das Zitat einer romanischen Halbkreis-Apsis mit Zwerggalerie zeigt sich an der Villa.

Das Spiel von Bruchsteinmauerwerk und Fachwerk unterstreicht die Anlehnung an den Burgenbau. Bis ins kleinste Detail folgte Binder auch im Inneren seiner Gestaltungsidee. So finden sich entsprechende Türgewände, Gewölbe- und Deckenkonstruktionen, farbliche Wandfassungen, aber auch Butzenfenster und Ornamente an Würfelkapitellen. Außen zeigen sich Rundbogenfriese und mehrteilige gekuppelte Rundbogenfenster.

Die spezifische Gestaltung der Villa hat einen hohen Symbolgehalt, vermittelt sie doch »den Eindruck des Fortbestehens der historischen Anlage«. Verstärkt wird diese Wirkung durch den standort- und umgebungsbedingten ortsbildprägenden Charakter.

Die unter Denkmalschutz stehende Binderburg wird seit 2003 allmählich und vorwiegend in Eigenleistung denkmalgerecht saniert.

Video zur Binderburg

Führungen finden in diesem Jahr digital anhand des 3-D-Modells statt. Zum digitalen Kirchenrundgang

Herr Gebauer führt zu verschiedenen Themen Live durch die Stadtkirche

  • 13 Uhr Lutherplatte
  • 14 Uhr Epitaphe und Krypta
  • 15 Uhr allgemeine Baugeschichte der Stadtkirche
  • 16 Uhr Dach und Turm

Der Konferenzraum wird zur vollen Stunde geschaltet, die Führung startet etwas später. Dauer pro Führung ca. 20 - 30 min.

Anstelle zweier romanischer Vorgängerbauten entstand ab dem letzten Viertel des 14. Jh. ein gotischer Kirchenbau von Rang, der Bezüge zur böhmischen und oberschlesischen Parlerkunst zeigt. Architektonischer Höhepunkt der als sterngewölbte, gestufte Halle mit unterschreitbarem Chor angelegten Kirche ist das filigrane, in den letzten Jahren denkmalgerechte restaurierte Brautportal. 

Mit dem Bau der spätgotischen Hallenkirche entstand unter dem Hochaltar zudem eine zunächst flachgedeckte Sakristei mit repräsentativer Vorhalle. Die Erschließung beider Räume erfolgte von der Westseite axialsymmetrisch zur Kirchenachse. Nach späterer Einwölbung und Teilnutzung als Kapelle der Heiligen St. Elisabeth und Ägidius wurden die Räume ab 1672 als Familiengruft der Herzöge von Sachsen-Jena umgebaut. Teile der Sakristei wurden ab 1672 als Familiengruft der Herzöge von Sachsen-Jena genutzt.

Deutsches Optisches Museum  (D.O.M.)

Der 1923/24 nach Plänen von Schreiter und Schlag von der DYWIDAG als Stahlbetonkonstruktion ausgeführte Bau beherbergte bis 1997 die erste Optikerschule Deutschlands. Den Beschluss für den Neubau hatte die Carl Zeiss-Stiftung bereits im Jahr 1917 gefasst. ena. Im Jahr 1976 zog das Optische Museum, das sich seit 1965 im Prinzessinnenschlösschen befand, mit in das Haus ein und füllt es nunmehr mit seinen reichen Beständen allein.

Die Fassade wird von einem mächtigen 7 Achsen umfassenden Mittelrisalit mit vorgelegter kolossaler Arkadenordnung bestimmt. Die Brüstungsfelder zieren stilisierte Akazien. Der Schlussstein über der Eingangstür enthält ein stilisiertes Auge. Im Keller befanden sich große Werkstatträume, Labore und Dunkelkammern. Lesesaal, Gesellschaftsräume und Refraktionszimmer waren im Erdgeschoss, Hörsäle, Zeichensaal und Lehrmittelsammlung im 1. OG untergebracht.

Die Ernst-Abbe-Stiftung plant, zukünftig diese Gebäude durch einen Zwischenbau direkt mit dem Saalgebäude des Volkshauses zu verbinden. Bei den derzeit laufenden Umbauarbeiten soll auch der Hörsaal in seiner bauzeitlichen Fassung wieder "ausgegraben werden". Die Wandfassungen sind erhalten und nur unter dicken jüngeren Farbschichten verborgen. Die Holzgestühle haben sich ebenso bis heute bewahrt. Das große Wandbild im Treppenhaus hingegen ist tatsächlich zum Großteil zerstört.

Professor Mappes wird Sie anhand des 3-D-Modells durch „sein Haus“ führen

  • Die Führung "Von der Optikerschule 1923/1924 zum D.O.M. in 2023“ – beginnt 11:00 Uhr.
  • Anmeldung
    Jeder Teilnehmer muss ein Kennwort eingeben. Das Kennwort lautet: D.O.M.

Seit vielen Jahren arbeiten die Untere Denkmalschutzbehörde,  der Kommunalservice Jena (KSJ/Baumpflege) und die Untere Naturschutzbehörde (Gehölzschutz) zusammen und haben dabei früh bemerkt, dass ihre Ziele sich sehr ähneln. Die wertvollen Natur- und Kulturgüter können nur gemeinsam geschützt und erhalten werden. Die Bereitschaft etwas zu pflegen und zu schützen wächst bekanntlich mit der Begeisterung und Empathie für die Sache, nur das was wir kennen können wir überhaupt lieben.

Aus dieser Erkenntnis entstand die Idee, zum Tag des offenen Denkmals auf ganz besondere Bäume in Jena aufmerksam zu machen. Das sind Bäume die in geschützten Park-/Grünanlagen, in Denkmalensembles zu finden sind und die das Erscheinungsbild von Denkmalen besonders prägen oder die wichtige Punkte in der Kulturlandschaft darstellen. Eine Auswahl der "Lieblinge" wurde mit Photo und Text erfasst.  Dies soll eine Anregung geben sich selbst auf Baumtour zu begeben. Eigene Fotos werden von der Unteren Denkmalschutzbehörde gerne entgegen genommen um den Fundus zu erweitern. Der Fokus des Tags des offenen Denkmals in diesem Jahr 2020 liegt auf der Nachhaltigkeitsthematik und bietet die Chance die gemeinsamen Zielstellung einmal mehr herauszustellen.

Über den Link Besondere Bäume können Sie die ständig wachsende Sammlung anschauen.

Allgemeines zum Erstellen eines 3D-Models:
Vom Zielobjekt werden mit Hilfe einer Drohne NADIR- und seitliche Aufnahmen gemacht. Als NADIR werden Bilder bezeichnet, die genau im senkrechten 90°-Winkel aufgenommen werden. Die Kamera steht im Zenit, das Objekt im NADIR. Je größer das Objekt oder die Aufnahmefläche, desto mehr Aufnahmen werden benötigt.
Anschließend werden die Bilder in das Programm Agisoft Metashape Professional eingeladen, wo eben diese zuerst ausgerichtet werden, damit alle am richtigen Platz sind. Daraus ergibt sich im nächsten Schritt eine dichte Punktwolke und daraufhin eine Gittervermaschung. Zuletzt wird dem eine Textur zugefügt. Das beinhaltet die Projektion der reinen Bilder auf das Gittergewebe. So sieht das fertige 3D-Model der Realität zum Verwechseln ähnlich

Die 3-D-Modellen von wichtigen Jenaer Denkmalen, aufgenommen durch das Team GeoInformation der Stadt Jena, wurden von der rooom AG bereitgestellt.

Lobdeburg

Die südlich des Städtchens Lobeda (Stadtkreis Jena) auf einem Bergsporn errichtete Lobdeburg gehört zu den historisch und architektonisch interessantesten Burgen Thüringens und zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt Jena. Die Burganlage entstand in nach Mitte des 12. Jahrhunderts als Herrschaftssitz einer aus dem schwäbisch-fränkischen Raum stammenden Adelsfamilie, die sich in der Folge nach ihr benannte.

Den wichtigsten Rest der einstigen Bebauung bildet der über einer Grundfläche von 9 x 11 Metern mit drei Vollgeschossen errichtete Wohnturm. Er stammt aus der Gründungsphase der Burg und ist bis heute weitgehend erhalten. Das Bauwerk zeigt insbesondere an den Tür- und Fensteröffnungen reichen romanischen Bauschmuck. Besonders hervorzuheben ist eine aufwendig gestaltete Fensterfront in der Südseite des Obergeschosses. Zwei rundbogig überfangene Doppelarkaden mit eingestellten Säulen werden auf der Außenseite durch ein eingetieftes Wandfeld mit Schuppenfries an der Oberkante eingerahmt. Im Inneren des Wohnturmes haben sich die Reste zweier repräsentativer Kamine erhalten. Im nördlichen Teil des Wohnturmes ist im Obergeschoss die Burgkapelle mit östlich auskragender Apside und flankierenden Rundbogenfenstern zu erschließen. Neben diesem Baukomplex sind der Stumpf eines Zisternenturmes zur Wasserversorgung sowie Teile der Umfassungsmauern erhalten.

Seit 1998 war die Burgruine Gegenstand umfangreicher Sanierungsbemühungen durch die Stadt Jena. Die Arbeiten wurden von archäologischen Untersuchungen begleitet. Die Grabungen konzentrierten sich vorrangig auf den südlichen Bereich der Burg und lieferten detaillierte Erkenntnisse zum Bauablauf, heute nicht mehr bestehenden Bauteilen sowie später erfolgten Umbauten. So wurden in dem untersuchten Areal Teile von insgesamt 14 bislang unbekannten Gebäuden unterschiedlicher Funktion und Zeitstellung aufgedeckt und dokumentiert. Auch der ehemalige Burgzugang in der Südostecke ist heute wieder sichtbar. Mehrere Hundertausend auf dem Burgareal geborgene Kleinfunde, zumeist Keramikscherben und Tierknochen, aber auch Bruchstücke von Geräten aus Eisen, Buntmetall, Knochen und Glas beleuchten die Wohnkultur der Burgbewohner und unterstreichen die gehobene soziale Stellung ihrer einstigen Besitzer. Brandspuren sowie Teile von Bewaffnung und Ausrüstung zeugen von kriegerischen Auseinandersetzungen.

Heute ist die an der „Transromanica“, einer auf den Spuren der Romanik durch Europa führenden kulturellen Route, gelegene Burganlage für Wanderer und Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. (Dr. Frank Rupp)

 

Bismarckturm

Erste Überlegungen zum Bau eines Erinnerungsmales für den Altreichskanzler Bismarck gab es bereits 1899. Durch Spenden u.a. des Zoologen Ernst Haeckel, des Verlegers Neunhenhahn und großer Teile der Studierendenschaft sowie von Vereinen konnten 1906-1908 der Turm nach Entwürfen von Wilhelm Kreis unter Leitung von Stadtbaudirektor Bandtlow 1906-1908 errichtet werden. Die Steinernen Adler schuf der Jenaer Bildhauer Otto Späte (sen.) Der 21 m hohe an exponierter Stelle auf dem so genannten Malakoff errichtete Turm ist in massiver Bauweise aus Kalksteinquadern errichtet. Im EG ist dem Turm ein Pfeilerumgang mit 18 Stützen vorgestellt, der den Balkon im 1. OG trägt. Über der Plattform erhebt sich die Kuppel, deren Strebepfeiler mit Adlern bekrönt sind.

Auf dem Turm befand sich eine Feuerschale von 4m Durchmesser. Der Stil erinnert an das Grabmal Theoderichs des Großen in Ravenna.  Der Bismarckturm in Jena ist damit einer der elf individuell entworfenen Türme des Architekten Wilhelm Kreis. 47 weitere Bismarcktürme wurden nach dem so genannten Bismarckturm-Standardentwurf „Götterdämmerung“ errichtet. Der Turm muss dringend saniert werden. (Elke Zimmermann)

Rückblick

Tag des offenen Denkmals 2019

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das gerade in Thüringen schon lebhaft begangene 100. Bauhaus-Jubiläums in diesem Jahr zu Anlass genommen, Umbrüche in Kunst und Architektur und damit einher- bzw. diesen vorausgehend auch in der Gesellschaft zu thematisieren. Moderne meint immer Wandlungsprozesse, die zu ihrer Zeit als Reform, Neuanfang gemeint waren und verstanden wurden. So werden Denkmale in den Fokus gerückt, die technische Fortschritte, innovative Konstruktionen oder Materialien oder aber auch revolutionäre Ideen und gesellschaftliche Umbrüche repräsentierten.

Jenas Stadtlandschaft zeigt eine Vielzahl an derartigen Brüchen, Neuerungen in seinem baulichen Erbe und seiner Kunstlandschaft. Insofern ließen sich dem diesjährigen Motto wieder wunderbare Beispiele zuordnen. Manches Denkmal wird auch erneut, aber aus anderen Blickwinkeln und unter anderen Fragestellungen betrachtet. Wir haben versucht, gemeinsam mit „unseren“ engagierten Denkmaleigentümern, Handwerkern und Restauratoren ein dem Motto angemessenes buntes Programm aufzustellen. Vielen Dank an alle! Knapp 40 Denkmale von Ammerbach, Burgau, Drackendorf bis Winzerla, Ziegenhain und Zwätzen öffnen sich den interessierten Besucherinnen und Besuchern.

In diesem Jahr erfahren wir besondere Unterstützung vom Jenaer Nahverkehr/dem Verkehrsverbund Mittelthüringen. Der VMT lädt am Denkmaltag zum VMT-Entdeckertag ein. Gleichzeitig öffnet der Jenaer Nahverkehr das Straßenbahndepot in der Dornburger Straße 17. Die 1900/01, 1930 und 1948 errichteten Hallen widerspiegeln mit ihren Bauweisen in Backstein und Stahlbeton die bautechnischen Entwicklung verkehrstechnischer Bauwerke im 20. Jh. Bauzeitlich besondere Beachtung fand dabei die 3-schiffige Stahlbeton-Halle mit mehrfach gekrümmten Schalendach im Zeiss-DYWIDAG-System. Die in den Werkstatthallen befindliche technische Ausstattung, z. B. ein Schleifkanal nebst darin verankerter Schleifmaschine, Induktionsspule oder Wartungsbühnen sind noch funktionstüchtig. Zudem pendeln die historischen Triebwagen Nummer 26 aus dem Jahr 1929 und Nummer 101 aus dem Jahr 1959 zwischen Nordschule und Lobeda-West.

Ein Kumulationspunkt des Denkmaltages 2019 – der historische Ortskern Burgau – lässt sich also mit historischen Triebwagen anfahren. Zum Tag der offenen Höfe kann man zwischen 13:00 und 17:00 in den Drei- und Vierseithöfe entlang der Geraer Straße/Brunnengasse in Burgau Musik und Handwerkskunst erleben. Auch die Dreifaltigkeitskirche und das Pfarrhaus sind geöffnet. Im Saale-Kraftwerk lässt sich nachvollziehen, wie der u.a. für die Betreibung der Straßenbahnen notwendige elektrische Strom erzeugt wird. Führungen werden hier zwischen 12:00 und 14:30 angeboten. Und während oben auf dem Bergsporn die so genannte „Binderburg“ drohnt und es im Burggarten Kuchen zu Musik gibt, führt der Hausherr durch die darunter liegende Höhle.

Die Universität hat die Geschichte der Stadt und das Stadtbild über Jahrhunderte mitbestimmt und geprägt. Umdenken, Weiterdenken, Neu denken – sind Begriffe, die unmittelbar mit der Universität in Verbindung gebracht werden. Zu den Objekten, die in sich über Jahrhunderte gesammelte Spuren zahlreicher Brüche, wie z.B. Umnutzungen, veränderten Architektursprachen, aber auch stadt- und universitätsgeschichtlichen Veränderungen tragen, gehört die Alte Wucherey am Fürstengraben 23. Der Architekt Peter Tandler und der Bauforscher Lutz Scherf werden ihre aktuellen Untersuchungsergebnisse bei Führungen vom Keller- bis zum ersten Obergeschoss dem interessierten Publikum erläutern. Die Führungen werden in der Zeit von 10 bis 14 Uhr stündlich angeboten. Geöffnet wird auch das auf die Initiative und Ideen von Ernst Haeckel zurückgehende Phyletische Museum Vor dem Neutor 1.

Jenas Kirchenlandschaft ist eine wahre Schatzkiste. Am Sonntag gewähren einige wieder ganz besondere Einblicke. Die Stadtkirche St. Michael ist mit Führungen durch den Kircheninnenraum, aber auch in die Krypta zu erkunden. Durch ein besonderes Kleinod, die spätromanische Kirche St. Nikolaus in Ammerbach führt 15:00 Frau Dimmig. Für Umbrüche steht auch die Marienkirche in Ziegenhain. Die unvollendet gebliebene Wallfahrtkirche mit ihrem spätgotischen Chor zeugt von Reichtum und Niedergang, aber auch Pragmatismus. Die Kirche ist von 10-17 Uhr geöffnet. Am Vormittag werden halbstündlich Führungen angeboten. Geöffnet haben auch die mit herrlichen Secco-Malereien ausgestattete Kirche St. Peter in Lobeda und die bereits im 12. Jh. errichtete Kirche St. Marien in Zwätzen mit einer der ältesten Kirchentüren Mitteldeutschlands, St. Nikolai in Lichtenhain mit seinen kulturhistorischen herausragenden Außenwandmalereien und die Kirche in Winzerla. Das reichhaltige Programm, das der Förderverein Johannisfriedhof auf selbigen wieder auf die Beine stellt, schauen Sie sich am besten in der Broschüre an. Wechselvoll ist auch die Geschichte des Jenaer Karmelitenklosters am Engelplatz. Besonders eng ist das Areal mit einem der radikalsten und wirkungsmächtigsten Umbrüche der europäischen Geschichte verbunden – der Reformation. Herr Rupp erläutert die bauhistorischen Befunde um 10:00.

Technische, technologische Entwicklung haben unsere Lebensbedingungen und damit auch die Stadtstruktur und -gesellschaft geprägt. Diese Entwicklungen, technischen/technologischen „Revolutionen“ veränderten natürlich auch die hiesige soziale, kulturelle und verkehrliche Infrastruktur. So wandelte die Industriearchitektur der Firma ZEISS nicht nur das Antlitz der Stadt Jena, sie beeinflusste auch die Entwicklung des industriellen Bauens. Eine wachsende Stadt, wachsende Industrie und die neue elektrische Straßenbahn ließen den Bedarf an elektrischer Energie enorm anwachsen. Die Firma ZEISS bemühte sich daher seit den 1890er Jahren um deren Erzeugung. 1909 erwarb die Fa. Carl ZEISS das Anwesen des Burgauer Mühlengehöftes, das zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer Turbinenanlage und Generatoren Strom erzeugte. Um den wachsenden Bedarf zu decken, ließ ZEISS neben der alten Mühle von Dyckerhoff & Widmann ein Wasser-Kraftwerk mit Drehstromgenerator der AEG Berlin und 3 Francis-Turbinen von Amme, Giesecke & Konegen errichten. Zusammen mit der alten Anlage erzeugte das Kraftwerk Burgau ab 1912 1000kW. Bei der grundlegenden Überholung des Kraftwerkes 1938 wurden die Francis-Turbinen durch Kaplan-Turbinen ersetzt. Das Saale-Kraftwerk Burgau wurde damit zu einem der modernsten Kraftwerke seiner Zeit. Wie bereits beim Punkt Burgau hingewiesen, ist es am Sonntag zu besichtigen.

1926 konnte nach nur 7 Monaten Bauzeit die nach Plänen von Bruno Röhr errichtete 50kV-Halle des Umspannwerkes Jena Nord ans Netz gehen. Verbunden mit der 50kV- Schaltanlage Burgau (ZEISS) konnte in Jena so ein stabiles 10kV-Netz aufgebaut werden. Das Umspannwerk entwickelte sich in den 1930er Jahren zum Knotenpunkt der regionalen Stromversorgung. 1942 wurde es durch den Bau einer 110kV-Halle ergänzt und schließlich auf 110kV-Einspeisung umgestellt. Heute nutzt die Imaginata e.V. das Technische Denkmal und bietet 13, 15 und 17 Uhr Führungen an, für die um Voranmeldung gebeten wird.

Die Erfindung des Automobils veränderte nicht nur Reisezeiten und Reiseverhalten, sondern auch das Antlitz unserer Städte und Landschaften, da hierfür eigene Infrastrukturen geschaffen bzw. vorhandene angepasst wurde. Beispielsweise der Bau so genannter Autobahnen. Landschaften wurden neu modelliert, Täler und Flüsse in bisher ungekannten Dimensionen überspannt. Das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr öffnet am Sonntag von 9:00 bis 14:00 die Alte Autobahnbrücke der BAB 4 in Göschwitz. Man kann in das Innere der Brücke „eintauchen“ und interessante Präsentationen sehen. Die mit 794m längste Brücke des so genannten Reichs-Autobahnprogramms in Thüringen wurde von 1937-1939/41 aus Stampfbeton, Stahlbeton und Klinker errichtet. Zudem kamen 18.000 m³ Kalk- und Sandstein als Baumaterial zum Einsatz, mit denen der Bau verkleidet und entsprechend skulptural und ornamental gestaltet wurde. Wuchtig, trotzig und massiv sollte die Brücke wirken und sich gleichzeitig harmonisch in die Landschaft einfügen. Als Vorbild galten die Bauten des antiken Rom. Die Brücke war mehr als ein Verkehrsbau, sie war symbolisch und ideologisch aufgeladen. Selbst die Wasserspeier verweisen auf den hohen symbolischen Gehalt des Brückenbaus.

Das einzige zu DDR-Zeiten entstandenen repräsentativen Bahnhofsgebäude auf dem Gebiet des heutigen Thüringens ist ebenfalls zu besichtigen. Der heute vom Interkult e.V. als Kulturbahnhof bewirtschaftete und gepflegte Saalbahnhof weist noch immer eine umfassende bauzeitliche Ausstattung auf. Zwischen 10:00 und 15:00 werden Führungen angeboten.

Eine Herausforderung der mit der industriellen Revolution verbundenen Urbanisierung stellte die fehlende hygienische Infrastruktur dar. Insbesondere infolge der Cholera-Epidemien im 19.Jh. setzte weltweit ein Umdenken ein. So wurden an Universitäten Lehrstühle für Hygiene eingerichtet. Die Städte wurden mit geschlossenen Kanalsystemen ausgestattet und schließlich auch öffentliche Badeanstalten eingerichtet. Am Beispiel des Jenaer Professor August Gärtner, der sich auch gerade lokalpolitisch auf diesen Gebieten engagierte, werden bauliche Spuren dieser Entwicklung in Jena gesucht. Die Führung nimmt ihren Ausgangspunkt an der Semmelweißstraße im Hygienischen Institut, das selbst kurz vor einem grundlegenden Umbau steht und führt anschließend zum Volksbad, dass einen solchen Umbruch schon hinter sich hat.

Baustellen-Führungen gehören zu den Lieblingskategorien am Tag des offenen Denkmals. Glücklicherweise konnten wir auch wieder einige Bauherren überzeugen, Ihre Baustellen zu öffnen: Eine zentrale Baustellen und gleichzeitig eine der interessantesten Anlagen ist das Volkshaus am Carl-Zeiß-Platz. Das zwischen 1901 und 1903 auf Initiative von Ernst Abbe nach Plänen Arwed Roßbachs entworfene Gebäudeensemble sollte der „Belehrung und geistigen Anregung der Arbeiter“ dienen. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Fassade und im Inneren des Saalgebäudes steht nun der Umbau der Lesehalle an. Im Augenblick besteht die einzigartige Möglichkeit den Bau nach Leerräumung und vor Baumaßnahmen zu betrachten. Die Projektverantwortlichen bieten 10:00, 10:30, 11:00 und 11:30 Führungen an.

Am nördlichen Ende der Stadt liegt eine weitere schwierige „Baustelle“ - das überregional bedeutsame Alte Gut Zwätzen. Es hat seinen Ursprung in der Komturei des Deutschen Ritterordens, die 1221 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der 1. Hälfte des 13. Jh. wird Zwätzen Verwaltungszentrum der neu eingerichteten Ballei Sachsen-Thüringen und bleibt trotz späteren wirtschaftlichen Niedergangs bis 1809 Sitz des Landkomturs. Die Niederlassung Zwätzen entwickelte sich spätestens im 16. Jh. zu einer großflächigen Gutsanlage, die in ihrer Grundstruktur trotz Überformung bis heute erhalten ist. Nach der Auflösung des Ordens gelangte das Gut zunächst in sächsisch-königlichen Besitz und 1815 in den Besitz des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Durch Pacht und Gewährleistungen wurde das Gut Zwätzen ab der 1. Hälfte des 19. Jh. über verschiedene politische Systeme hinweg für die landwirtschaftliche Ausbildung und Forschung genutzt. Seit 2018 erfährt der Gebäude-Komplex umfassende Umbaumaßnahmen. Hier gibt es 10:00 und 14:00 Führungen.

Seit 2017 abgeschlossen sind die umfassenden Baumaßnahmen im so genannten „Ricarda-Huch-Haus“ am Löbdergraben 7. Das ehemalige Verbindungshaus des „Corps Agronomia Jenensis“ wurde 1913 /14 nach Plänen von Johannes Schreiter errichtet. Zahlreiche Umnutzungen haben seither Spuren hinterlassen und andere beseitigt. In einer umfangreichen Sanierung wurde das Gebäude 2017 in Teilen in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder hergestellt. Die Besucher werden sicher überrascht sein.

...und manchmal verbinden sich die beiden: so handelt es sich bei der im Villenviertel am Landgrafen gelegenen, in ihrer Gestaltung dem Geist des Bauhauses folgende Villa Weinbergstraße 18 um ein von Schreiter & Schlag konzipiertes Wohnhaus für die Familie von Prof. Mentz. Seine Gattin war die Malerin und Graphikerin Frieda Mentz-Kessel. Einige ihrer Arbeiten zieren noch heute die Wände des Hauses. 11:00, 13:00 und 15:00 Uhr bieten die heutigen Eigentümer, Familie Misselwitz, Führungen durch das Haus an.

Dass Schreiter & Schlag aber keine reine Lehre vertraten, sondern beide je nach den Wünschen Ihrer Auftraggeber in Entwurf und Gestaltung überaus anpassungsfähig waren, zeigt die Leiterin des Bauaktenarchiv auf ihrem Stadtrundgang „Vom Heimatstil zur klassischen Moderne“. Er beginnt 10:00 in der Ausstellung im Planetarium. Das Büro Schreiter & Schlag zeichnet sich für ca. 1500 der zwischen 1919 und 1952 im Stadtgebiet entstandenen Gebäude verantwortlich. Die Spannbreite reicht dabei vom Industriebau bis zum Siedlungshaus mit Kleintierstall, vom Planetarium bis zur Fuchsturmklause. Für den Stadtrundgang wird um Anmeldungen gebeten. Dies ist am 04. und 05. September 2019 von 09:00 bis 12:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 03641 495141 möglich.

Den Grundlagen des Bauhausgedankens und seinen Jenaer Beispielen widmet sich eine Führung des Jenaer Stadtführers Herr Herzog. Sie beginnt 10:00 am Abbe-Denkmal von van de Velde und führt durch das Villenviertel an Abbeanum und Studentenhaus vorbei. Das Studentenhaus von Bartning und Neufert selbst wird 14:00 von MitarbeiterInnen des Studentenwerkes vorgestellt. Es besticht bis heute durch seine lichtdurchfluteten tiefen Räume, seine Funktionalität und Ästhetik.

Die intensive Auseinandersetzung des Architekten mit der klassischen Moderne und insbesondere der Formensprache von Mies van der Rohe kann das 1974 von Friedhelm Schubring entworfene Glashaus im Paradies nicht leugnen. Es ist eines der jüngeren Schätze der Jenaer Denkmallandschaft. Der sich seit 2005 um das Kleinod kümmernde Verein Glashaus im Paradies öffnet am Sonntag von 14:00 bis 17:00.

Auch ein Ausflug auf den Forst lohnt sich wieder. Sowohl Forst- als auch Bismarckturm und Forststernwarte sind geöffnet. Und im kleinen idyllischen Laasan zeigt sich das Rat- und Brauhaus nach umfassender statischer Ertüchtigung und Fassadensanierung in neuem Glanz.

In bewährter Weise unterstützt auch JenaKultur wieder den Tag des offenen Denkmals und öffnet sowohl das Abbe-Denkmal auf dem Carl-Zeiß-Platz als auch Johannistor, Pulverturm und Stadtmauer. Im Jubiläumsjahr beteiligt sich zudem die Volkshochschule und öffnet die Grietgasse 17a.

Zusätzlich öffnet der Heimatverein Drackendorf von 10:00 bis 14:00 den historischen Pavillon im Drackendorfer Park. 15:00 wird es zudem ein Konzert unter dem Thema „Denk mal Mozart“ geben.

Auch der Schillergarten und Schillers Gartenhaus sind am Sonntag von 11:00 bis 17:00 geöffnet. 11:00 und 14:00 werden Führungen durch Haus und Garten angeboten, 15:00 erläutert Sven Schlotter in seinem Vortrag "Hofrat Schmidt und die Schwestern Wunderlich“ die Geschichte eines Denkmals im Schillergarten.

Änderung: Das Straßenbahndepot öffnet von 12:00 - 17:00, 13:00, 14:30 und 16:00 gibt es Führungen mit Herrn Spath.

Tag des offenen Denkmals 2018

„Entdecken, was uns verbindet“ - unter diesem Motto steht der bundesweite Tag des offenen Denkmals 2018. Damit nimmt er direkten Bezug zum Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage – Erbe teilen“, das von der Europäischen Union für 2018 ausgerufen wurde. Im Mittelpunkt steht das Erleben, die Erfahrung, Erfassung und Bewahrung unseres aus kulturellem und sozialem Austausch gewachsenen vielfältigen kulturellen Erbes.

Ein breites Spektrum an Projekten innerhalb des Themenjahres und viele Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals möchten in Europa und eben auch vor der jeweils eigenen Haustür dazu anregen, das Verbindende zu entdecken – in Materialien, Formensprachen, Technologien, Utopien, Gebäuden und Personen…, aber auch anregen, Trennendes, Ausgrenzendes und Zerstörendes wahrzunehmen und zu reflektieren.

Thüringenweite Eröffnung des Tages des offenen Denkmals 2018

Bereits am Samstag, 08.09.2018, findet im Zeiss-Planetarium Jena die thüringenweite Eröffnung zum Tag des offenen Denkmals statt.

Die feierliche Eröffnung richtet die Thüringer Staatskanzlei in Partnerschaft mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dem Förderverein Denkmalpflege in Thüringen und der Stadt Jena aus.

Sowohl das Motto des Denkmaltages "Entdecken, was uns verbindet" als auch des Kulturthemenjahres Thüringen "Industrialisierung und soziale Bewegung in Thüringen" bilden den Rahmen für das vielfältige Programm.

  • 10.00 Uhr Feierliche Eröffnung mit Verleihung des Thüringer Förderpreises für Denkmalpflege
  • 12.00 – 16.30 Uhr Präsentation von in der Denkmalpflege engagierten Vereinen und Verbänden in Kombination mit Auszügen aus verschiedenen Showproduktionen im Kuppel-Saal
  • 12.00 – 16.30 Uhr Präsentation von in der Denkmalpflege engagierten Vereinen und Verbänden im Umgang des Planetariums

Mit dabei sind

  • Berggemeinschaft Landgraf e. V.
  • Berggesellschaft Forsthaus e. V.
  • Jenzig-Gesellschaft e. V.
  • Lobdeburg-Gemeinde 1912 e. V.
  • Jenaer Kirchbauverein e. V.
  • Förderverein Johannisfriedhof Jena e. V.
  • Glashaus im Paradies e. V.
  • Imaginata e. V.
  • Technik-Geschichte Jena e. V.
  • Volkssternwarte Jena e. V.
  • Foto-Klub Jena 78 e. V.
  • Fotoklub UNIFOK Jena e. V.
  • Drackendorfer Heimatverein e. V.
  • Förderverein Bären Lobeda e. V.
  • Kulturlandschaft Zwätzen e. V.
  • AG 1806 Jena e. V.

Außerdem präsentieren Schülerinnen und Schüler der Leonardo Gesamtschule Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit Denkmalen und Denkmälern in Jena. Die Vereine haben zusätzlich zu Ihrem tagtäglichen Engagement viel Mühe in die Vorbereitung gesteckt und freuen sich über interessierte Besucher.

Führungen: 12:30/13:00 – 17:00 Uhr

Ab 12:30 Uhr/13:00 Uhr werden verschiedene anmeldungspflichtige Führungen zu und durch Jenaer Kulturdenkmale angeboten. Das Spektrum reicht nicht nur von Abbe bis Zeiss, sondern von Bauhaus bis Zwätzen, von Astronomie- bis Friedhofsgeschichte, von Damenviertel bis Gartenstadt.

Hinweis: Die Teilnahme an den Führungen ist nur nach Anmeldung möglich. Bitte melden Sie sich per E-Mail an anmeldung-denkmaltag@gmx.de oder telefonisch unter 0176 27430275 an. Dies ist noch bis Freitag, 07.09. 12:00 Uhr, möglich.

Programm in Jena

Wie Als Universitätsstadt lebt Jena nicht nur von geistigem und kulturellem Austausch, sie ist darauf angewiesen und hat reichlich davon profitiert. Zeugnisse dieses Austausches sind dementsprechend auch an vielen Orten zu finden. Manche sind inzwischen Kulturdenkmal und warten drauf von Ihnen entdeckt und erfahren zu werden.jedes Jahr ist das Motto so gewählt, dass sich eine große Anzahl an Assoziationen und Anknüpfungspunkten finden lässt. Seien es der Fluss, das Wegenetz oder Verbindungsbauten, Ideen und Utopien wie jene der Reformation oder auch jüngere sozial- und lebensreformerische oder seien es eben auch Formensprachen und Technologien. Manchmal schlägt Architektur bewusst Brücken zu Vergangenem und verbindet so Tradition und Moderne, manchmal grenzt sie sich aber auch ebenso bewusst ab.

Wir haben versucht, gemeinsam mit „unseren“ engagierten Denkmaleigentümern, Handwerkern und Restauratoren ein dem Motto angemessenes buntes Programm aufzustellen. Allein am Sonntag können dank der breiten Unterstützung rund 30 Kulturdenkmale im gesamten Stadtgebiet erkundet werden.

Universitätshauptgebäude

So öffnet die Universität – nachdem sie im vergangenen Jahr absagen musste – das Universitätshauptgebäude.

  • Frau Dr. Forster, Kustodin der FSU, wird hier 10:30 und 12:00 Uhr Führungen anbieten.

Das Universitätshauptgebäude wurde zwischen 1905 und 1908 an Stelle des niedergelegten Schlosses errichtet. Entworfen von dem renommierten Architekten und Stadtplaner Prof. Theodor Fischer, rezipiert es Grundriss und Formensprache des Schlossbaus ohne selbst zu einem historistischen Kitsch zu verkommen. Gleichzeitig wird in der Freiflächengestaltung auf die ehemaligen Wehranlagen verwiesen.

Ein reichhaltiger Bauschmuck, der verschiedene Einflüsse widerspiegelt, eine aufwendige Innengestaltung und verschiedene eingearbeitete Spolien aus dem abgetragenen Schlosserheben den Gebäudekomplex zu einem Gesamtkunstwerk. Im vergangenen Jahr wurde im Übrigen das seit den 1950er Jahren an der Stirnseite der Aula befindliche Monumentalgemälde Ferdinand Hodlers „Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813“ restauriert und danach erstmals außerhalb Jenas in der Bonner Kunsthalle gezeigt. Auch über diese Arbeit werden Sie am Sonntag einiges erfahren.

Alte Autobahnbrücke der A 4

Im vergangenen Jahr kurzfristig ebenfalls absagen musste das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr. Wie versprochen öffnet das ThLBV aber in diesem Jahr wieder die Alte Autobahnbrücke der BAB 4 in Göschwitz.

  • Von 10:00 bis 14:00 Uhr kann man in das Innere der Brücke „eintauchen“ und interessante Präsentationen sehen.

Die mit 794m längste Brücke des so genannten Reichs-Autobahnprogramms in Thüringen wurde von 1937-1939/41 aus Stampfbeton, Stahlbeton und Klinker errichtet.

Zudem kamen 18.000 m³ Kalk- und Sandstein als Baumaterial zum Einsatz, mit denen der Bau verkleidet und entsprechend skulptural und ornamental gestaltet wurde. Wuchtig, trotzig und massiv sollte die Brücke wirken und sich gleichzeitig harmonisch in die Landschaft einfügen. Als Vorbild galten die Bauten des antiken Rom. Die Brücke war mehr als ein Verkehrsbau, sie war symbolisch und ideologisch aufgeladen. Selbst die Wasserspeier in abstrahierter Form des Reichsadlers verweisen auf den hohen symbolischen Gehalt des Brückenbaus.

Radtour entlang der Saale

Um Brücken geht es unter anderem auch bei der Radtour entlang der Saale. Als Stadt am Fluss bietet Jena viele Anknüpfungspunkte an das Motto des Denkmaltages. Das Miteinander und die Auseinandersetzung mit der Saale als verbindendem Verkehrsweg, als zu überbrückendes natürliches „Hindernis“ oder als Energie- und Rohstofflieferant brachte eine Vielzahl an materiellen Zeugnisse hervor, von denen einige Kulturdenkmale sind. Prägend für den Landschaftsraum sind dabei die großen Brücken über die Saale: im Zentrum die Camsdorfer Brücke, deren Vorgängerbau zu den 7 Wundern von Jena zählte, südlich die alte Burgauer Brücke, die heute als substantiell älteste Brücke im Stadtgebiet Jenas gilt und eben die schon erwähnte Autobahnbrücke bei Göschwitz.

Die Tour beginnt 9:30 Uhr an und in der Kirche Kunitz. Sie führt vorbei am Thalstein mit seinem Erlkönig durch Wenigenjena zu Camsdorfer Brücke und Landfeste, durch den Volkspark Oberaue über die Burgauer Brücke zum Kraftwerk. In der Binderburg wird uns Herr Willsch eine Kurzführung geben. Dabei wird erzählt und gezeigt. Niemand muss die ganze Strecke mitfahren, aber ein zeitgenauer Plan kann leider auch nicht gegeben werden.

Johannistor und Pulverturm

Verbindend auf der einen Seite, ausgrenzend auf der anderen Seite stellt sich die mittelalterliche Stadtbefestigung dar. Ihre einstigen Dimensionen lassen sich heute nur noch anhand der Reste auf der westlichen Altstadtseite erschließen. Johannistor und der in diesem Jahr sanierte Pulverturm haben ganztägig geöffnet.

  • 11:00 Uhr gibt es eine Führung vom Pulverturm zum Anatomieturm (mit Besichtigung des selbigen) mit dem Jenaer Stadtarchäologen Matthias Rupp.

Denkmale der Religionsgeschichte

Religionen können verbinden, aber leider auch ausgrenzen. Sie können Nächstenliebe befördern, aber auch Hass und Gewalt. In Jena beteiligen sich zahlreiche religionsgeschichtlich bedeutsame Orte am Tag des offenen Denkmals.

Karmelitenkloster

Da wären zum Beispiel die im vergangenen Jahr nach denkmalgerechter Sanierung der Öffentlichkeit zugänglich gemachten baulichen Reste des ehemaligen Karmelitenklosters. Nach Aufhebung des erst 1414 gegründeten Klosters im Ergebnis der Reformation wurde in den Räumlichkeiten ab 1553 im Auftrag Herzogs Johann Friedrich von Sachsen eine Druckerei eingerichtet. Diese diente der Publikation einer neuen Gesamtausgabe des Lutherwerkes. Dazu erteilte der Herzog im November 1553 dem Buchdrucker Johann Rödinger das Privileg zum alleinigen Druck und Vertrieb von Luthers Schriften.

Ab 1555 entstanden hier unter Aufsicht von Georg Rörer und Nicolaus von Amsdorf deutsche und lateinische Teile der Jenaischen Ausgabe der Schriften Martin Luthers sowie eine korrigierte Lutherbibel. Daneben wurden in dem ehemaligen Kloster zahlreiche weitere Werke der Reformation gedruckt. Heute sind Sakristei und Kapitelsaal als authentischer Ort klösterlichen Lebens sowie der Reformbestrebungen des 16. Jh. für die Öffentlichkeit wieder erlebbar und präsentieren den Besuchern zudem spannende archäologische Funde, Archivalien und anderen Dokumenten der Stadt- und Reformationsgeschichte.

  • Das Kloster ist von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, 11:00 und 15:00 Uhr bietet Dr. Häder, Leiter des Stadtmuseums Jena Führungen an.

Altes Gut Zwätzen

Am anderen Ende der Stadt liegt ein weiterer überregional bedeutsamer Ort der Religions-, aber auch Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte: das Alte Gut Zwätzen. Es hat seinen Ursprung in der Komturei Zwätzen des Deutschen Ritterordens, die 1221 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der 1. Hälfte des 13. Jh. wird Zwätzen aufgrund seiner Bedeutung Verwaltungszentrum der neu eingerichteten Ballei Sachsen-Thüringen und bleibt trotz späteren wirtschaftlichen Niedergangs bis 1809 Sitz des Landkomturs. Die Niederlassung Zwätzen entwickelte sich spätestens im 16. Jh. zu einer großflächigen Gutsanlage, die in ihrer Grundstruktur trotz Überformung bis heute erhalten ist. Nach der Auflösung des Ordens gelangte das Gut zunächst in sächsisch-königlichen Besitz und 1815 in den Besitz des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.

In dieser Zeit kam auch die alte Zwätzener Tonröhren-Fabrik aus der Ordenszeit zu neuen Ehren, in der man seit etwa 1770 neben Krügen und Ofenkacheln auch Drainageröhren gebrannt hatte. Oberbaudirektors Coudray, zuständig für die Koordination des gesamten Wege-, Wasser- und Zivilbauwesen im Großherzogtum, ordnete nach einer Besichtigung im Jahre 1818 die Wieder-Inbetriebnahme an. Neue "Röhrenfahrten" mit Tonröhren aus Zwätzen wurden daraufhin u.a. im Botanischen Garten, aber auch auf der Strecke zwischen Belvedere und Römischen Schloss in Weimar angelegt.

Entdecken, was uns verbindet – manchmal sind es eben Tonröhren. Durch Pacht und Gewährleistungen wurde das Gut Zwätzen übrigens ab der 1. Hälfte des 19. Jh. über verschiedene politische Systeme hinweg für die landwirtschaftliche Ausbildung und Forschung genutzt. Unter anderem nahm hier die Haflingerzucht der DDR mit der Stationierung aus Tirol importierter Zuchttiere ihren Anfang. Derzeit steht der Guts-Komplex steht vor einer umfassenden Umnutzung und Sanierung.

  • Das Gut ist von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Kirchen

Dass Kirchen und Friedhöfe dabei sind, versteht sich. Das reichhaltige Programm an Vorträgen und Konzerten, das in der Stadtkirche St. Michael und auch auf dem Johannisfriedhof geboten wird, sollten sich Besucher in der Broschüre genauer ansehen.

  • Geöffnet haben aber auch die wundervolle mit herrlichen Secco-Malereien ausgestattete Kirche St. Peter in Lobeda (10:00 – 17:00 Uhr),
  • die vorwiegend im 15. Jh errichtete Kirche St. Marien in Ziegenhain mit ihren Wandmalereien an der Nordwand, dem gotischen Flügelaltar und dem barocken Pyramidenaltar (10:00 – 17:00 Uhr),
  • die 1716-1718 als Ersatz für einen älteren Bau errichtete Kirche in Winzerla (10:00 – 18:00 Uhr) sowie die Dreifaltigkeitskirche in Burgau (10:00 – 18:00 Uhr).

Park- und Gartenanlagen

Eine besondere Denkmalkategorie sind die historischen Park- und Gartenanlagen. Drei dieser Parks sind in diesem Jahr dabei.

Schillers Gartenhaus, Volkspark Oberaue & Drackendorfer Park

Dr. Schlotter von der Friedrich-Schiller-Universität führt um 11:00 durch Schillers Gartenhaus mit Garten, der Volkspark Oberaue ist Thema bei der Radtour und im Drackendorfer Park stellen Frau Winkler vom Landschaftsarchitekturbüro Boock und der städtische Baumschützer Herr Ecke 11:00 Uhr und 13:00 Uhr die zur Umsetzung des Entwicklungs- und Pflegekonzeptes geplanten Maßnahmen vor. Außerdem wird der Heimatverein wieder vor Ort sein Geschichte und Geschichten von und aus Drackendorf erzählen.

„Baustellen“

Baustellen-Führungen gehören zu den Lieblingskategorien am Tag des offenen Denkmals. Glücklicherweise konnten wir auch wieder einige Bauherren überzeugen, Ihre Baustellen zu öffnen:

Volkshaus

Eine der derzeit größten Baustellen und gleichzeitig eine der interessantesten Anlagen ist das Volkshaus am Carl-Zeiß-Platz. Das zwischen 1901 und 1903 auf Initiative von Ernst Abbe nach Plänen Arwed Roßbachs entworfene Gebäudeensemble sollte der „Belehrung und geistigen Anregung der Arbeiter“ dienen. Derzeit laufen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Fassade und im Inneren des Saalgebäudes.

  • Die Projektverantwortlichen werden diese in Führungen erläutern. 11:00, 11:30, 12:00 und 12:30 gibt es Führungen zu Innensanierung und Umbau (max. je 25-30 Personen), 11:00, 11:20, 11:40, 12:00, 12:20 und 12:40 zur Fassaden und Dachsanierung (max. je 10 Personen).

Aufgrund der notwendigen Begrenzung sind Voranmeldungen erforderlich. Diese werden am 06.09. von 9:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 unter der Telefonnummer (03641) 49-5141 oder per Mail denkmalamt@jena.de entgegen genommen.

Villa Medusa (Ernst-Haeckel-Haus)

Spannend sind die bisherigen restauratorischen Befunde in der Villa Medusa (Ernst-Haeckel-Haus). Das im Stil einer römischen Renaissance-Villa errichtete einstige Wohnhaus Haeckels wurde seit 1920 als Museum für dne wissenschaftlichen und künstlerischen nachlass Haeckels genutzt. Für die anstehende Sanierung sind umfangreiche restauratorische Untersuchungen zur originalen Raumgestaltung vorgenommen worden.

  • Dipl. Restaurator M. Bruckschlegel wird Ergebnisse dieser Arbeit bei Führungen 10:00 und 11:30 Uhr vorstellen.

Bauhaus

In einem anderen Villenviertel – am Landgrafen - öffnet die in ihrer Gestaltung dem Geist des Bauhauses folgende Villa Weinbergstraße 18 Ihre Pforten. Schreiter & Schlag konzipierten das Wohnhaus für die Familie von Prof. Mentz. Seine Gattin war die Malerin und Graphikerin Frieda Mentz-Kessel. Einige ihrer Arbeiten zieren noch heute die Wände des Hauses.

  • 11:00, 13:00 und 15:00 Uhr bieten die heutigen Eigentümer, Familie Misselwitz, Führungen durch das Haus an.

Weil wir grad bei „Bauhaus“ sind. Das nach Plänen des Gropius-Schüler Ernst Neuffert errichtete Abbeanum öffnet ebenfalls.

  • 14:00 und 15:00 Uhr kann man an Führungen durch das Lehr- und Forschungsgebäude auf dem Helmholtzweg teilnehmen.

Industriebau

Jena ist seit 150 Jahren eine Industriestadt. Die Industriebauten von Zeiss und Schott waren einst wegweisend in ihrer Technologie und Ästhetik.

  • Bei den Architektur-Führungen im ehemaligen Zeiss-Hauptwerk kann man sich 10:00, 11:00, 14:00 und 14:30 davon ein Bild machen. Besichtigt werden Bau 7, 10 (mit Werkssternwarte), 29 und die Dachterrasse des Verwaltungshochhauses.

Von Nord nach Süd und Ost nach West

Schließlich sei noch auf unsere Ortschaften verwiesen:

  • In Jenaprießnitz öffnet der hiesige Verein das Kommunbrauhaus von 1764 von 10:00 bis 17:00 Uhr.
  • In Laasan kann vor der anstehenden Sanierung von 10:00 bis 16:00 Uhr das Rat- und Brauhaus besichtigt werden.
  • In Lobeda erläutert der Förderverein die Sanierungsmaßnahmen im Gasthaus „Zum Bären“. Eintreten kann man hier von 11:00 bis 15:00 Uhr.

Und auch die Berggesellschaften unterstützen diesen Tag: Auf dem Landgrafen gibt es Erläuterungen zur Geschichte und Arbeit des Verschönerungsvereins und der Berggesellschaften, Forstturm und Bismarckturm regen zum Nachdenken über Erinnerungskultur an und bieten „nebenbei“ schönste Aussichten. Und in der Forst-Sternwarte können Sonnenbeobachtungen durchgeführt werden .

Alles in allem berührt das Motto – wieder einmal – den Kern der Denkmalkultur und wurde daher von Jena als Motto für den städtischen Tag des offenen Denkmals wieder gern übernommen.